UCA Oktober 2012

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Kapstadt, den 16.Oktober 2012                                                                                                  UCANEWS 4/2012


Nächstes Jahr, im März 2013, feiert die Christenheit das 200. Jubiläum der Geburt David Livingstones, des schottischen Afrika-Forschers und Missionars (1813-1873), der sich lebenslang um die Aufdeckung und Abschaffung des Sklaven-handels bemühte. Es ist auch das 180. Jubiläum des Todes von William Wilberforce, des englischen evangelischen Parlamentariers, der unermüdlich dafür kämpfte, dass die Sklaverei im britischen Weltreich, einschliesslich Südafrika, abgeschafft wurde. Das Jahr 1834 war also ein Jahr unerhörten christlichen Erfolges, ein Jahr der Macht Gottes durch den Heiligen Geist.

Menschenhandel ist moderne Sklaverei

Seitdem ist das Christentum gewichen, und der Säkularhumanismus setzt sich durch. Die Regierenden haben sich von Christus abgewendet und säkulare Werte in die Gesetzbücher geschrieben. Schützende Verordnungen werden gestrichen, und die Sklaverei kommt wieder auf. Doch man nennt sie nicht mehr “Sklaverei.” Heute heisst sie “Menschenhandel”. Der Human Sciences Research Council (HSRC) von Südafrika warnte schon 2010, dass “der Menschenhandel in Südafrika ein ernstes Problem ist.” - “Die Gehandelten sind meist Frauen, Mädchen und Jungen, die zu verschiedenen Zwecken gebraucht werden, darunter Prostitution, Pornografie, Hausarbeit, Zwangsarbeit, Betteln, kriminelle Tätigkeit und Handel mit Körperteilen (oder Muti). 1) Jungen werden abgerichtet, Drogen zu schmuggeln und andere Verbrechen zu begehen.” Asiatische Frauen werden aus Thailand, den Philippinen, Indien und China; europäische aus Bulgarien, Rumänien, Russland und der Ukraine eingeführt. Schwarzafrikanische kommen aus Mosambik, Zimbabwe, Swaziland, Lesotho, dem Kongo, Angola, Ruanda, Kenia, Kamerun, Nigerien und Somalien. Innerhalb Südafrika holt man sie aus den ländlichen Gegenden. – “Junge Mädchen werden zu sexuellen Zwecken gehandelt,” heisst es im HSRC Bericht, “denn sie stellen ein geringeres Risiko mit Hinsicht auf HIV und AIDS dar. Die Jugend ist sowieso sexuell beliebter”. - Besonders gefährdet sind die afrikanischen “Albinos, denn sie sind wegen ihrer weissen Haut begehrt, weil eine weisse Haut mehr Heilkraft verspricht.” 2) Der Handel wird meist von grossen organisierten kriminellen Netzen betrieben. Diese schmuggeln auch Waffen und Drogen in geheimem Einverständnis mit Grenz- und Migrationsbeamten.

Und der Segen?

Was ist denn aus dem heroischen Erbe von Christen wie David Livingstone, William Wilberforce und anderen geworden, die sich lebenslang betend für die Befreiung der Sklaven eingesetzt hatten? Afrika hat sich von dem Segen, den sie brachten, abgekehrt und wieder den Übeln seiner Vergangenheit zugewendet. Gott aber ruft sein Volk auf, “für Recht zu sorgen und für alle zu sprechen, die sich selbst nicht helfen können.” (Sprüche 31:9) Dazu gehören auch die unbedarften Mädchen und Frauen, die heute mit günstigen Arbeitsangeboten angelockt werden, etwa als Haus- und Kindermädchen, und dann an Massage- und Freudenhäuser verkauft werden; ebenso wie die entführten und entlaufenen Kinder, denn alle sechs Stunden verschwindet in Südafrika ein Kind. 3) Südlich der Sahara soll es schätzungsweise 130.000 zwangsgehaltene Menschen geben. 4)  

Das profitabelste Verbrechen

Die UNO und Interpol haben festgestellt, dass “der Menschenhandel jetzt das drittprofitabelste Verbrechen ist… nach Drogen und Waffenhandel.” Im Jahre 2006 schätzte man, dass es in der Welt 28,4 Millionen Sklaven gäbe, davon 1,2 Millionen Sex-Sklaven. Letztere bringen fast 40% des totalen jährlichen Gewinns ein. Die UNO schätzt, dass sich der weltweite jährliche Profit aller gehandelten Zwangsarbeit auf US$ 31,6 Milliarden beläuft. 5) Doch die Bestrafung der Täter ist enttäuschend. 2006, z.B. wurde für jeweils 800 gehandelte Menschen nur eine Person verurteilt. - Der Human Sciences Research Council musste feststellen, dass vonseiten der Regierungen wenig getan wird, um diese Plage auszumerzen. In Südafrika, sagte er, sei selbst das Einholen von Forschungsdaten schwierig.

Der afrikanische Sklavenhandel

Schon lange vor dem christlichen Zeitalter blühte in Afrika der Sklavenhandel. Heute lernen unsere Kinder in der Schule, dass es die Weissen waren, die dieses Übel verschuldet hätten, aber – so die Boston University - “90% von allen, die in die Neue Welt verschifft wurden, waren von Schwarzafrikanern versklavt und dann an europäische Händler verkauft worden. Ohne die komplexe Geschäftspartnerschaft zwischen den afrikanischen Eliten und europäischen Händlern wäre der Sklavenhandel mit der Neuen Welt unmöglich gewesen…” 6) Dr Peter Hammond fügt hinzu: “Die peinliche historische Tatsache ist, dass die Europäer (Weissen) keinerlei Gewalt brauchten, um diese Sklaven zu bekommen. Die Sklaven wurden von ihren schwarzen Eigentümern verkauft. Es war also gar nicht notwendig, dass die Sklavenhändler ihr Leben riskieren oder in die Urwälder Afrikas eindringen mussten. Sie kauften die Menschen einfach von afrikanischen Häuptlingen oder muslimischen Sklavenhändlern an der Küste… Viele Häuptlinge fanden es auch nützlicher, ihre Feinde, Verbrecher und Zahlungsunfähigen einfach zu verkaufen als sie zu töten oder einzusperren. Schwächere Nachbarstämme wurden oft nur deshalb unterjocht, damit sie in die Sklaverei verkauft werden konnten… 7)


Der Haupthandel mit Sklaven jedoch war der muslimisch-arabische, mit dem weit mehr Millionen Menschen verschleppt wurden als je mit dem trans-atlantischen. Die Hauptmärkte waren auf Zanzibar, und die Hauptnutzniesser waren die muslimischen Sultane des Mittleren Ostens. David Livingstone musste auf seinen Afrika-Missionsreisen oft mit ansehen, wie die mit Elfenbein beladenen, verketteten, erschöpften, ausgehungerten Kolonnen von Mänern, Frauen und Kindern vorbeizogen. Er brauchte seine ganze Energie, um diesem grausamen Handel ein Ende zu machen. Er schrieb in sein Tagebuch: “An dein Wort, o Gott, halte ich mich. Erlaube mir, besonders für Afrika zu bitten. Die Sache ist dein..” Er betete inbrünstig und hoffnungsvoll für das “lang unterdrückte Afrika,” und sagte: “Es wird eine Zeit dauern, bis die Wahrheit in den dunklen Geist eindringen und ihre Wirkung zeigen kann. Wie das Meer voll Wasser ist, so wird die ganze Erde erfüllt werden von Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN. Das ist genug. Wir können es uns leisten, im Glauben zu wirken, denn der Allmächtige hat sich verpflichtet, das Versprechen einzulösen…” - Und tatsächlich, als die Zeit reif war, gab der allmächtige Gott David Livingstone, William Wilberforce, John Newton, William Carey und anderen Missionaren vollen Erfolg und löste somit das Versprechen ein. 1873 musste selbst der Sultan von Zanzibar seine Sklavenmärkte schliessen.

Freiheit in Christus

Mit der Abschaffung christlicher Gesetzgebung in heutiger Zeit kommt der Sklavenhandel wieder auf. In den 1970er Jahren bekam die UNO Klagen, dass es einen blühenden schwarzen Sklavenhandel in Ostafrika gäbe. Später, während des Bürgerkrieges im Sudan, wurden Tausende von schwarzen Christen gefangen und an muslimische Sklavenbesitzer im Nord-Sudan verkauft. Christian Solidarity International, eine christliche Menschenrechtsorganisation in der Schweiz, kauft noch heute solche Sklaven frei mit Geldern, die von europäischen Christen gespendet werden.


Auch in Südafrika blüht der Sklavenhandel, denn Menschenhandel ist nichs anderes als moderne Sklaverei. Wir nennen uns heute ‘stolz südafrikanisch’ und preisen unsere ‘fortschrittliche Verfassung.’ Aber was tun wir, um Frauen und Kinder zu schützen? Sprechen wir für die, die sich selbst nicht helfen können? Schätzen wir die Moralgesetze, die wir noch haben, und erinnern wir uns noch an die grossen Befreier wie David Livingstone? Es ist Zeit, dass wir sie ehren und ihnen nacheifern! Voller Hoffnung auf Jesus Christus, sagte jener. “Wir bereiten den Weg für spätere Missionare. Mögen sie die Pioniere nicht vergessen, die in dichter Dunkelheit arbeiteten, wo es wenig Lichtstrahlen gibt, an denen sie sich erfreuen können, ausser solchen, die aus dem Glauben an Gottes Verprechen kommen! Wir wirken für eine glorreiche Zukunft, die wir nicht selber zu sehen bestimmt sind. Wir sind nur Morgensterne, die im Dunkeln leuchten, doch der glorreiche Morgen wird anbrechen!” 8)


                                                                                                               D. Scarborough.

Anmerkungen:

1.      Muti ist eine Arznei, die von afrikanischen Medizinmännern hergestellt wird und oft menschliche Körperteile enthält, z.B. Augen (zum Verbessern der Sehkraft), Geschlechtsteile (zum Verbessern der Zeugung) usw.

2.      Human Sciences Research Council Media Brief, 24.3.2010: Tsireledzani: Understanding the Dimensions of Human Trafficking in Southern Africa, Internet.

3.      Salt & Light,, Radio Tygerberg, 16.10.12

4.      Wikipedia schätzt die Zahl von zwangsgehaltenen Arbeitern im Afrika südlich dr Sahara auf 660.000 (5%), einschliesslich Menschen, die in den ilegalen Diamantminen von Sierra Leone und Liberia tätig sind. Siehe Slavery in modern Africa, Internet.

5.      UN.GIFT, Global Initiative to Fight Human Trafficking. Human Trafficking: the Facts, Internet.

6.      Wikipedia, African Slave Trade, a study by historians John Thornton and Linda Heywood of Boston University.

7.      Hammond Dr Peter, Slavery, Terrorism and Islam, The Historical Roots and Contemporary Threat, Chapter 1, the Scourge of Slavery,

the African Slave trade, 2005.

8.      Iain H Murray, The Puritan Hope, Banner of Truth, 1984.





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