UCA Januar 2012

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Kapstadt, den 15.1.2012                                                                                                                               UCA 1/2012

Wir wünschen Ihnen ein glückliches Neues Jahr. Möge es ein besonders segensreiches werden! - “Hilf, Herr Jesu, lass gelingen. Hilf, das neue Jahr geht an. Lass es neue Kräfte bringen, dass aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest Du aus Gnaden geben.”

100-Jahrfeier des ANC im Zeichen heidnischer Religion

Obwohl in Südafrika das Licht des Evangeliums länger und heller scheint als in anderen afrikanischen Ländern, und obwohl es überall echten lebendigen Glauben gibt, feiert der Afrikanische Nationalkongress (ANC) in Januar 2012 sein hundert-jähriges Jubiläum bewusst nach altem Brauch. Er beschwört die Geister der Ahnen und empfiehlt Südafrika, das einst von den Buren dem dreieinigen Gott geweiht war, dem Schutz der Verstorbenen. Der schwarze Pastor und Parlamentarier der Afrikanisch Christlich-Demokratischen Partei (ACDP), Dr Kenneth Meshoe, ist hierüber so unglücklich, dass er sich betend weigert, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Alt-Erzbischof Desmond Tutu dagegen, der Südafrikanische Kirchenrat (SACC) und die All-Afrika Kirchen-Konferenz haben keine solche Bedenken.

Dieser Kult erinnert an Jean-Bertrand Aristide, der bis vor kurzem in Südafrika im Exil lebte. Er hatte in Haiti, der einstigen Perle der Antillen, den Voodoo Glauben zur Staatsreligion erhoben und sein Land damit zu Armut und Elend verdammt. - Am 7.1.2012 also fand in Bloemfontein der grandiose Auftakt der 100-Jahrfeier des ANC statt. Dazu hatten die südafrika-nischen Häuptlinge, darunter auch Nelson Mandela, 50 Rinder gespendet. Jacob Zuma, der Staatspräsident, begann damit, dass er das erste Dankopfer tötete. Der Speer traf, der Bulle brüllte, die Frauen trillerten, die Trommeln rollten, und Präsident Zuma sagte: “Alles ist getan. Wir haben mit den Ahnen gesprochen.” 1)

Zauber und Hexerei

Das ANC-Fest zeigt, dass Aber- und Ahnenglauben in Afrika wieder lebendig werden. Dazu gehört auch der Hexenglaube. In Tansanien z.B. ist die Angst vor Hexen wieder so gross, dass angeblich “von 1991 bis 2001 etwa 20.000 Personen wegen Hexerei getötet wurden.” In Uganda schätzt man, “dass aus gleichem Grunde 22 000 bis 23 000 Schwarze von verängstigten Nachbarn umgebracht wurden.” 2) In Südafrika, wo das Evangelium besser Fuss gefasst hat, hat die Hexerei auch zugenommen. In der Provinz Limpopo wurden von April 1994 bis Februar 1995 mindestens 97 Frauen und 49 Männer getötet, weil sie als Hexen angesehen wurden. In Lebowa waren es 312 in zehn Jahren. In Venda, Anfang der 1990er Jahre, wurden mehr als 400 Menschen der Hexerei angeklagt und mussten bei der Polizei Schutz suchen. In Limpopo, im Jahre 2000, wurden mehr als 1300 Klagen gegen Hexerei angemeldet. 3)

In der Bibel heisst es: “Keiner von euch darf seinen Sohn oder seine Tochter als Opfer auf dem Altar verbrennen. Ihr dürft keine Wahrsager und Wahrsagerinnen unter euch dulden, niemand, der aus irgendwelchen Zeichen oder mit irgendwelchen Praktiken die Zukunft voraussagt, auch niemand, der Zauberformeln benutzt und damit Geister beschwört oder Tote befragt. Wer so etwas tut, ist dem HERRN zuwider.” (5. Mose 18,10-11) 4) Durch Gottes Gnade sind aber schon viele Hexen und Zauberdoktoren zum Glauben gekommen. “Die Mächte und Gewalten… hat er entwaffnet und vor aller Welt zur Schau gestellt, er hat sie in seinem Triumphzug mitgeführt, und das alles in und durch Christus.” (Kolosser 2, 15) Das Buch “Gott unter den Zulus” von Dr Kurt Koch beschreibt spannend die Macht Gottes über die Finsternis. 5)

Kinder ohne Evangelium

Es ist ein Jammer, dass die Kinder in Südafrika heute meist nicht mehr das Gotteswort in der Schule hören. Sie werden im säkular-humanistischen Geist erzogen, mit dem Erfolg, dass sie die christliche Ethik nicht kennen und dann in Beruf und öffentlichem Leben keinen Masstab haben. Die Bibel sagt: “Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei.” (Johannes 8,36) Doch die geistige Gefangenschaft nimmt zu und wirkt sich schädlich auf jeden Lebensbereich aus.

Mangelnde Entwicklung

Mit einem aufschlussreichen Artikel, “Hexerei und Afrikanische Entwicklung,” erklärt Dr Erich Leistner, früher Chef des Afrika Instituts, warum es Afrika nicht gelingt, aus Armut und Elend herauszukommen. Er schreibt: “Afrikas Probleme, und besonders seine zögernde Entwicklung, kann man unmöglich verstehen, wenn man nicht die Rolle der Hexerei betrachtet. Der Hexenglauben wird allgemein als eine veraltete Weltanschauung primitiver Gemeinschaften angesehen. Man erwartet, dass er dank Bildung, Christentum und Medien mit anderen abergläubischen Ideen verschwindet… Das Gegenteil ist im nach-kolonialen Afrika eingetreten. Besonders in den letzten Jahrzehnten hat sich gezeigt, dass die Furcht vor Hexerei zugenommen hat und dass auf dem ganzen Kontinent vermeintliche Hexen brutal umgebracht werden.”

Die Furcht vor Hexerei, sagt er, entspringt einer magischen Weltanschauung. Der Mensch fühlt sich umgeben von unsichtbaren Mächten, Geistern, Dämonen und Seelen der Verstorbenen. Sie sind überall – in Flüssen, Quellen, Bäumen, Felsen, usw. Um mit ihnen fertig zu werden, sucht er sich Wissende, die diese deuten und manipulieren können. Dazu gehören (Wunder)heiler, Kräuterkenner, Wahrsager, Medien und Hexen. Manche davon sind wohl-wollend, aber, sagt Dr Leistner, “die Grenze zwischen Heilen und Hexerei ist unscharf und wird oft überschritten. So hat die Ralushai Kommission festgestellt, dass die meisten traditionellen Heiler auch mit Hexerei- und Ritualmorden zu tun haben.” - Die dem Stammesleben entfremdeten Stadtbewohner sind besonders anfällig gegen Angst und suchen okkulte Hilfe. 1998 gab es ca. 350.000 Heiler in Südafrika. Diese “Doktoren” werben heute auch in den Villenvierteln. Sie bieten an, “Geister aus der Wohnung auszutreiben,” Häuser und Autos von Tokoloshen (bösen Kobolden) zu reinigen,” “Liebhaber oder Geld unter Kontrolle zu bringen,” und “Unglück und Verzauberung abzuwehren.”

Wer auf den Allerhöchsten traut, der aber fürchtet sich nicht, weder vor Mensch noch Gespenst, denn er steht in der Macht Gottes und unter seinem Schirm. Die Bibel sagt: “Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht.” (2. Timotheus 1,7) Jesus ruft uns zu einem neuen Leben auf und sagt: “Kommet her zu mir.” - “Tut Busse und glaubt an das Evangelium.” (Markus 1,15)

Wer regiert?

Nach den Fussballweltmeisterschaften in Südafrika, 2010, als die Mannschaft von Kamerun trotz gutbezahlter mitgebrachter Zauberdoktoren unrühmlich verloren hatte, musste sich ihr Sportminister vor seinem Parlament rechtfertigen. Er sagte, Hexerei und Glaubensschwärmerei, interner Streit, Eifersucht und Unordnung hätten die Katastrophe verursacht. - Aber Geschäftsleute und Politiker denken nicht anders. Dr Kenneth Meshoe, Führer der Afrikanisch-Christlich-Demokratischen Partei (ACDP) warnt ständig vor Zauber und Hexerei. Zauberdoktoren, sagt er, kommen sogar zum Parlament, wo sie die südafrikanischen Politiker, einschliesslich der Kabinettminister, beraten. Auch bei Staatsanlässen spielen sie eine wichtige Rolle. Hunderte traditionelle Heiler nahmen angeblich an Nelson Mandelas Vereidigung zum Staatspräsidenten teil. Vor kurzem drohte Staatspräsident Jacob Zuma seinem Volk mit dem Zorn der Ahnen, wenn sie nicht den ANC wählten. Jetzt zur 100-Jahrfeier des ANC werden “die Geister aller Gründerväter und –mütter unserer Bewegung beschworen… An diesem überaus wichtigen Ereignis,” heisst es im Programm, “werden Könige, Häuptlinge, traditionelle Führer und Heiler und die Führer des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) und unserer alliierten Partner teilnehmen.” 6)

Neid und Hass

Hexerei gründet sich auf Neid und Hass. Damit soll die Lebenskraft der beneideten Person verringert oder zerstört werden. “Ungleichheit,” sagt Dr Leistner, “ist eine wichtige Quelle der Spannung… Wenn in einer egalitären Gemeinschaft jemand praktisch über Nacht reich wird, können es sich die Nachbarn nur mit Hexerei erklären… Die Idee, dass Fortkommen und Wohlstand durch persönliche Anstrengung, harte Arbeit und Wissen errungen werden, gibt es nicht in der afrikanischen Kultur. Schwarzafrikaner sind der festen Überzeugung, dass alle Menschen ein gleiches Mass an Lebenskraft… haben, und diese kann nur dadurch vergrössert werden, dass man sie einer anderen Person durch magische Manipulation stiehlt.” 7)

Er staunt, dass Wirtschaftswissenschaftler diesen Faktor nicht anerkennen, und sagt: “Wenn man bedenkt, wie schädlich sich die Hexerei auf die Entwicklung auswirkt, ist es bemerkenswert, dass das Thema in der enormen Literatur über afrikanische Entwicklung und besonders in der Menge der Studien, die von der Welt-Bank finanziert werden, vollkommen ignoriert wird.” Okkulter Glaube und heidnische Bräuche sind ein wichtiger Grund dafür, dass Afrika nicht floriert. Dr Leistner sagt: “Die ohnmächtige Angst vor okkulten Mächten verhindert weitgehend die Modernisierung.” Und dann fügt er hinzu: “Sie könnte jedoch überwunden werden, wenn die Menschen Christus als stärker ansehen würden als diese Mächte.”

Jesus ist Herr.

Allgemein sind die Schwarzafrikaner für das Evangelium leicht empfänglich, und das verhilft vielen zu einem besseren Leben. Die Art jedoch, wie die Regierenden das alte Heidentum neu beleben, kann nur in eine geistige Knechtschaft zurückführen. Gemeinden, Kirchenführer und besorgte Gläubige haben deshalb energisch gegen die Religion der 100-Jahrfeier des ANC protestiert, denn ausser dem Namen Jesu Christi hat Gott “auf der ganzen Welt keinen anderen Namen bekanntgemacht, durch den wir gerettet werden können.” (Apg. 4,12)

                                                                                                            D. Scarborough.
Anmerkungen:
1.     Weekend Argus, 8.1.12.
2.     Dieser Brief stützt sich weitgehend auf Dr Erich Leistners Artikel “Witchcraft and African Development,” November 2011.
3.       Ibid.
4.       Andere Stellen sind 2. Mose 22,17-19; 3. Mose 19,26-28, 31; 20,6, 27; Deuteronomium 18,9-14; 1. Samuel 28,3; 7-25; Jesaja 8,19; Malachi 3,5.
5.       Dr Kurt Koch, “Gott unter den Zulus,” Bibel- und Schriftenmission Dr Kurt Koch e.V. D-73527 Schwäb. Gmünd-Lindach, Germany; www.schriftenmission.de. Die englische Ausgabe, “God among the Zulus”, wurde zum 60. Jubiläum der Mission KwaSizabantu mit vielen Bildern wieder neu aufgelegt. E-mail This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. .
6.       100. Jubiläumsprogramm des ANC, herausgegeben von Baleka Mbete. Die alliierten Partner sind die SA Kommunistische Partei und der Gewerkschaftsbund COSATU.
7.       Dr Leistner fügt hinzu: “Selbst wenn die Anhäufung von Reichtum Neid und Verdacht auf Hexerei erweckt, wird sie sehr bewundert. Doch der Reiche muss dann teilen… Geschenke machen, kostspielige Parties geben und einen prunkvollen Lebensstil zeigen, der andere an den Vorteilen teilnehmen lässt.”


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