UCA Oktober 2011

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Kapstadt, den 15.10.2011                                                                                                UCANEWS 4/2011

Vor kurzem musste in England eine Zeitung, die dem Medienfürst Rupert Murdoch gehörende News of the World, die Türen schliessen, weil ihre Berichterstatter prominente Personen bespitzelt und telefonisch abgehört hatten. Die süd-afrikanische Zeitschrift Impact schreibt: “Die News of the World war, bevor sie in Murdochs Besitz überging, eine respektable, wenn auch gewagte Zeitung für die ganze Familie. Wie wir jetzt wissen, wurde sie dann zu einem blühenden kriminellen Unternehmen umgestaltet, das ein böses Vergnügen daran hatte, Menschen zu ruinieren.” 1)

Rupert Murdoch und die Bibel

Rupert Murdoch besitzt nicht nur Zeitungen und Verlage, sondern hat auch “für seine Tochtergesellschaft BskyB heimlich eine Reihe eigener Pornografiekanäle aufgebaut.” 2) Ausserdem gehört ihm der Verlag Zondervan (USA), 3) einer der grössten evangelischen Herausgeber christlicher Bücher und Bibeln. Sein Bestseller ist die New International Version (NIV).  Diese beliebte Bibel kam 1984 heraus, aber wurde auf Beschluss von Zondervan und der Internatio-nalen Bibelgesellschaft (IBS) schon 20 Jahre später dem modernen Geschmack angepasst und ‘inklusiver’ gemacht.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         
Männliche Worte wurden gestrichen. “Mensch” wurde mit “Sterblicher” ersetzt, “Vater” mit “Elter(n)”, “Sohn” mit “Kind,” “Bruder” mit “Mitgläubiger” und “er mit “sie.” Weibliche Worte wurden hinzugefügt, sodass “Bruder” jetzt “Bruder und Schwester” hiess. Diese Bibel wurde “Today’s New International Version” (TNIV) genannt. Aber sie verursachte einen so grossen Meinungsstreit, dass sie zurückgezogen werden musste. Denn mit der Veränderung der Worte war auch der Sinn verändert. Zum Beispiel:

Die NIV von 1984 lautet bei Hebräer 2,6 - “What is man that you are mindful of him, the son of man that you care for him?”

In der TNIV von 2002 heisst es bei Hebräer 2:6 - “What are mere mortals that you are mindful of them, human beings that you care for them?” (Die mögliche Verbindung mit Jesus geht also verloren. Die Sterblichkeit des Menschen, der ja ‘eine lebendige Seele’ ist, wird betont).

Die NIV 1984 lautet bei Hebr. 12:7 –“God is treating you as sons. For what son is not disciplined by his father?”

In der TNIV von 2002 heisst es bei Hebr. 12:7 - “God is treating you as his children. For what children are not disciplined by their parents?” (Das besondere Vater-Sohn Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen wird also abgeschwächt).

Die NIV von 1984 lautet bei Offenb 3:20 - “I stand at the door and knock… I will come and eat with him, and he with me.”

In der TNIV von 2002 heisst es bei Off. 3:20 - “I stand at the door and knock… I will come in and eat with them, and they with me.” (Das ganz persönliche Verhältnis zwischen Jesus und dem Gläubigen geht verloren).

Zondervan und die IBS mussten also die neue Bibel zurückziehen, denn nach Angaben ihrer Kritiker enthielt sie “3600 Geschlechtsprobleme.” - Dr James Dobson, der amerikanische Präsident der internationalen Organisation Focus on the Family (Brennpunkt Familie) hatte die Kirche zum Widerstand aufgerufen und mit Zondervan und IBS Regeln für die Übersetzung der Bibel vereinbart. Doch diese wurden bald gebrochen. John McTernan (Präsident der Organisation Defend and Proclaim the Faith, USA) schreibt: “Nachdem es dem Riesenverlag Zondervan nicht gelang, die ‘geschlechts-inklusive’ Version der Bibel von 2005-2009 erfolgreich zu vermarkten, versucht er es jetzt noch einmal. Dieses Mal will er jedoch nicht nur eine redigierte Ausgabe der New International Version (NIV) neben der Standardausgabe von 1984 herausbringen, sondern hat beschlossen, die ursprüngliche NIV einzustellen (kill). Die Bibel, die diesen Monat (März 2011) herauskommt, wird eine ‘auf den neuesten Stand gebrachte’ Bibel (update) sein… Diese modernisierte NIV scheint kaum mehr als eine Wiederholung des schon erwähnten geschlechtsneutralen Missgeschicks zu sein, das sich Today’s New International Version (TNIV) nannte.” 4)

400 Jahre King James Bibel  

Zondervan hatte geplant, die neue NIV Anfang 2011 zum 400. Jubiläum der King James Version (KJV) herauszubringen. Letztere Bibel war im wesentlichen von William Tyndale ins Englische übersetzt, der 1536 als Märtyrer verraten, erwürgt und verbrannt wurde.   Sie ist das wichtigste Buch, das je in englischer Sprache veröffentlicht wurde. Wie für die Deutschen die Luther-Bibel, so ist die KJV für die englisch-sprachigen Völker das erhabenste Erbe überhaupt. Wie die Luther-Bibel, so hat auch diese König-Jakob-Version (KJV), die von dessen Regierung“genehmigte” (authorised) englische Bibel, auf Leben, Sprache, Bildung, Recht, Literatur, Musik und den ganzen angelsächsischen Volkscharakter einen unermesslichen Einfluss gehabt. Johann Calvin sagte später: “Die Bibel ist das Zepter, mit dem der Himmelskönig seine Kirche regiert.” Nicht nur die Kirche, die ganze zivilisierte Christenheit stand unter diesem Zepter.

Immer wieder haben fromme Menschen vor einer Modernisierung der Bibel gewarnt. Dennoch sind seit 1881 etwa 100 verschiedene Bibelversionen erschienen. Schon 1857 hatte der anglikanische Pastor JC Philpot gefragt: “Sollten wir statt unserer guten alten Sachsenbibel (Saxon Bible), einfach und fest, mit wenig veralteten Worten, majestätisch und schön, eine moderne englische Übersetzung haben in der kecken und leichtfertigen Sprache des Tages?” - Was könnte wohl kecker sein als die moderne Mediensprache – oder verhängnisvoller als die Macht eines Medienfürsten über den Text der Bibel? - Lasst uns Rupert Murdoch etwas näher ansehen. Von einer jüdischen Mutter wurde er im jüdischen Glauben erzogen und ist als Zionist mit führenden Zionisten verbunden. Zu seinen besonderen Anliegen gehört die Anti-Defamation League (ADL) von America. Diese Liga will “die Diffamierung des jüdischen Volkes beenden… um allen Recht und Gerechtigkei zu sichern.” Das tut sie mittels Gerichtsverfahren und richterlichen Urteilen. Doch bei den Projekten der Anti-Defamation League geht es weniger um die Diffamierung der Juden als um Angriffe auf die Christen. So setzt sich die ADL z.B. für folgendes ein: das Verbot steuerbegünstigter Stipendien für christliche Schulen, das Verbot der staatlichen Unterhaltung eines Kreuzes in einem Nationalpark, das Verbot von staatlichen Zuschüssen für Konferenzen mit christlichen Referenten, das Verbot (oder die Behinderung) von öffentlich sichtbaren Zehn Geboten und das Verbot des Treue-Gelöbnisses in amerikanischen Schulen, weil es die Worte “unter Gott” enthält. - Das stetig fortschreitende Verbot der christlichen Religion im amerikanischen öffentlichen Leben (z.B. Krippenszenen und –spiele, Weihnachtsbäume und –karten, Gebet und Bibellesen in der Schule, die Zehn Gebote an Gerichtsgebäuden usw) ist bekannt. Die Anti-Diffamierungs-Liga hat wesentlich dazu beigetragen. 5)  

Ohne Sünde

Anti-christliche Interessen, Nachrichten-Medien, Pornografie und Bibeln sind hier sozusagen in einer Hand unter einem Dach. Es ist eine seltsame Mischung, aber offenbar gut fürs Geschäft. Die allerneueste NIV Bibel vom März 2011 ist insofern ungewöhnlich, als sie den Begriff Sünde in Frage stellt. Verschiedentlich wird ‘Sündennatur’ (sinful nature) mit ‘Fleisch’ (flesh) ersetzt. Ein Sprecher des Übersetzungs-Komitees sagte dazu: “Das soll dem Leser die Frage überlassen, ob die Sünde ein Kernelement des Menschen ist oder eine der vielen äusserlichen Mächte, denen wir nachgeben.” 5) - Sollen wir hier etwa die Sündennatur des Menschen leugnen? Wenn es keine Sünde gibt, warum brauchen wir dann einen Heiland? - Im 1. Timotheus-Brief 1,15 steht: “Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort, dass Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen.” Als er kam war das erste, was er sagte, “Tut Busse und glaubt an das Evangelium!” - Die Vergebung der Sünde durch den Sühnetod und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus ist eine wahrhaft befreiende Erfahrung. Aber der Teufel will uns gefangen halten. Wir sollen glauben, dass die Sünde eine der vielen äusserlichen Mächte ist, denen wir nachgeben. Doch die psychologischen und sozialistischen Kräfte, die sich hier geltend machen wollen, setzen den Menschen nicht frei.

Gerard Menuhin, der Sohn des bekannten Violinvirtuosen, sagt klipp und klar: “In der modernen Welt gibt es keine grössere Macht als die der Nachrichtenmedien. Kein König in alter Zeit, kein Papst, kein grosser Eroberer oder Priester konnte sich im entferntesten mit dem Einfluss einer Handvoll von Männern … messen, die nicht nur die Medien, sondern alle Quellen der Unterhaltung beherrschen. Diese Macht dringt in jedes Haus und formt die Ideen eines jeden Bürgers, jung oder alt, reich oder arm.” 6) - Wir müssen aufpassen, dass die Medien nicht auch unsere Bibel bestimmen. Die Kirche muss auf neue und entschlossene Art für Jesus eintreten. “Wachet und betet,” sagt der Herr. Lasst nicht die Bibel in die Hände ihrer Feinde fallen. Von Revision zu Revision werden die Veränderungen grösser, bis am Ende die Bibel das Wort des Menschen statt das Wort Gottes ist. Man macht sie immer ‘inklusiver’, bis sie eines Tages das ist, was ihre Feinde wollen, die Religion der sozialistischen neuen Weltordnung, die wir jetzt angeblich so ablehnen.

Der grosse Reformator Dr Martin Luther, hat gesagt: “Es ist ein Wunder, wie Gott sein Buch so lange erhalten hat. Wie grossartig und herrlich ist es doch, das Wort Gottes zu haben!” Lasst uns denn mit viel Gebet unsere Bibel schützen. Gott verbietet, dass Sein Wort geändert werde. (Deut. 4,2; 12,32; Off 22,18). Denn es ist sein Wille, “dass wir glauben, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und dass wir durch den Glauben das Leben haben in seinem Namen.”

                                                                                                                        D. Scarborough.

Anmerkungen:
1 .Impact, August-September 2011, The Murdoch spying scandal in Britain.   2. News Hounds, Internet, Rupert Murdoch’s pornograph6y profiteering, reported by Chrish, 12.2.2006.   3. Zondervan is owned by Harper Collins which Rupert Murdoch purchased in 1988.   4. John McTernan, Defend and Proclaim the Faith, The Revised NIV. Internet.   5.   ADL, Separation of Church and State, Internet.   6. Impact, op.cit. Seite 4.


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