UCA April 2011

                                                                                                                                
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Kapstadt, den 20. April 2011                                                       UCANEWS 2/2011

Zur Zeit (April 2011) steht Julius Malema, der Führer der ANC-Jugendliga, vor dem Hohen Gerichtshof in Johannesburg, weil er mit seinen Gefolgsleuten das Lied “Tötet den Buren, tötet den Farmer” auf seinen politischen Zusammenkünften singt. Die Bürgerrechtsorganisation AfriForum und der Farmerverband Transvaal Agricultural Union 1) haben ihm deshalb den Prozess gemacht. Denn Malema behauptet, diese Worte seien harmlos, und die schwarze Jugend solle sie frei singen können, obwohl die Richter von Pretoria und Johannesburg sie bereits als Hass-Sprache verboten haben.

Wenn man die Fernseh-Nachrichten anschaut, bietet sich ein surreales Bild. Julius Malema kommt beim Gericht an, umgeben von fünf mit Maschinengewehren bewaffneten Leibwächtern und begleitet von den ANC-Führern Winnie Mandela und Gwede Mantashe. Vor dem Gebäude haben sich seine schwarzen Bewunderer versammelt und verfolgen die Verhandlungen im Innern auf einem riesigen Fernsehschirm, der draussen auf einem Lastwagen aufgestellt ist.

“Eine Anklage gegen die Revolution”

Der 29-jährige Malema behauptet, dass die Worte “Tötet den Buren, tötet den Farmer. Sie sind Frauenschänder, sie sind feige,” ein harmloses Kampflied darstellen. Dabei wird er unterstützt von Gwede Mantashe, dem Generalsekretär des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC). Dieser meint, dass, wer versuche, das Singen dieses Kampfliedes zu unterbinden, “ die Geschichte des Landes und der Befreiungsbewegung ändern” wolle. Bei der Gerichtssache ginge es nicht um Julius Malema, sagte er, sondern darum, “die Geschichte und das Erbe des ANC zu beschützen.” 2) Malema fügt hinzu, der Prozess richte sich im Grunde nicht gegen ihn, sondern “gegen den ANC und gegen die Revolution.”

Farmmorde

Aber das Morden unter den Farmern hat so zugenommen, dass man bereits von einem Volksmord spricht. Als Eugene Terre’Blanche (69), der Führer der Afrikaner Weerstandsbeweging, letzten Ostern (3.4.2010) auf seiner Farm in Ventersdorp ermordet wurde, war er das 3368. Opfer seit dem Machtantritt des ANC 1994. Seit seinem Tode wurden weitere 51 Farmer in 77 Farmangriffen getötet, d.h. im Durchschnitt mehr als vier im Monat. Farm Morde sind 10 mal häufiger als andere Morde in Südafrika und 700 mal häufiger als Morde in anderen Teilen der Welt. 4)

Völkermord vor dem Internationalen Gerichtshof

Anfang April flog ein Vertreter der Verkennersbeweging van Suid-Afrika zum Internationalen Gerichtshof in Den Haag, Holland, und klagte den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) und die Südafrikanische Regierung des Völkermords an. Auch AfriForum bemühte sich um internationale Hilfe, indem es die Akten über Julius Malema der UNO vorlegte. 5) Selbst die internationale Organisation Genocide Watch hat zugegeben, dass das Töten der südafrikanischen Farmer faktisch Völkermord ist und bewertet diesen mit Grad 5 auf einer Skala von 8. Sie stellt fest, dass die Überfälle von “schwarzen Rassisten” begangen werden, gegen die die Farmer seit Abschaffung der ländlichen Kommandotruppen wenig Schutz haben. 6)

Zivilisiertes Niveau

Im christlichen Abendland galt als ein Grundprinzip der Zivilisation immer das grosse Gebot Christi: “Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt sein wollt.” (Lukas 6,31) Wenn dieses Gebot beherzigt wird, dann garantiert es Respekt und Menschenwürde. Wenn es aber verachtet wird, dann ist der Frieden in Gefahr. - Julius Malema fordert das Recht, in einem Stadion voller schwarzer Gefolgsleute “Kill the Boer! Kill the Farmer!” zu singen. Aber was wäre, wenn wir alle so ein Recht beanspruchten? Wenn die Muslime singen würden: “Tötet die Christen!” oder die Weissen anstimmten: “Tötet Malema. Tötet die ANC Jugendliga. Sie sind alle Frauenschänder und Feiglinge.” Würden nicht die, die sich jetzt so eifrig für dieses “Recht” einsetzen, die ersten sein, die es als Hass-Sprache unterbinden würden? Und stände dann nicht die Justiz der ganzen Welt hinter ihnen?

Wann ist Hass-Sprache keine Hass-Sprache?

Wann führt Hass-Sprache nicht zu Hass-Taten? “Die Zunge ist ein Feuer,” sagt Jakobus. “Sie ist eine Welt voller Unrecht und beschmutzt den ganzen Menschen. Sie setzt unser Leben in Brand mit einem Feuer, das aus der Hölle selbst kommt.” (Jakobus 3,6) Der traurige Anblick profilierter ANC Führer (und einiger weisser Experten), die vor Gericht erklären, dass ein Aufruf zum Mord kein Aufruf zum Mord ist (oder sein mag), ist erstaunlich. Julius Malema wird von zwei Hauptfunktionären der ANC-Regierung treu unterstützt: Von Winnie Mandela, deren Zunge in den 1980er Jahren das Feuer der “Halskrausen”-Morde anblies, indem sie ausrief: “Mit unseren Autoreifen und unseren Streichhölzern werden wir dieses Land befreien,” - und vom ANC Generalsekretär Gwede Mantashe, dem Vorsitzenden der Südafrikanischen Kommunistischen Partei, der mit dem genannten aufwieglerischen Lied “die Geschichte und das Erbe des ANC schützen” will.

Die Freiheits-Charta

Jeder weiss, dass Malema mit ganzem Herzen die ANC Freiheits-Charta bejaht, in der es heisst, “das Land soll unter denen verteilt werden, die darauf arbeiten!” Dieses Prinzip ist die Grundlage der Landreform. Es motiviert auch die Gewalttaten gegen die Farmer, um sie von ihrem Land zu vertreiben. Aber die Land-reform ist wenig erfolgreich. Selbst die Regierung muss zugeben, dass 90% aller Farmen, die an Schwarze verteilt wurden, heute verwüstet sind. In der Kirche beten wir zwar: “Unser täglich Brot gib uns heute,” aber viele Menschen scheinen sich keine Gedanken zu machen, durch wen und wie dieses Brot auf den Tisch kommt. Gemäss einer Meinungsaufnahme halten 66% der Schwarzen Malemas Worte für Hass-Sprache. Aber wie steht es mit den anderen 34%? Fragen die sich je, wo die Nahrung für 50 Millionen Südafrikaner herkommt oder wovon die Nachbarländer leben?

Kommunismus

Die Freiheits-Charta stellt den Kommunismus im alten Stil dar. Viele Menschen betrachten jedoch den Kommunismus als eine rein politische Sache und vergessen, dass er in Wirklichkeit eine säkular-humanistische Religion ist, eine Weltanschauung des Hasses und des Neides. Seine Prinzipien haben den Frieden und Wohlstand vieler Nationen vernichtet, und seine Politik hat grosse Völker zum Ruin gebracht. Sein Vater Karl Marx war ein Satanist. Er sagte: “Ich will mich gegen den, der von oben her regiert, rächen.” Sein Jünger Vladimir Lenin war ein Atheist. Er sagte: “Wir müssen hassen. Der Hass ist die Grundlage des Kommunismus.” Sein Instrument, die Soviets, erklärten: “Lasst uns die Kapitalisten von der Erde und Gott aus dem Himmel vertreiben.” Die Ersten, die so vertrieben wurden, waren die Farmer in Russland und der Ukraine, mit dem Erfolg, dass Millionen Menschen verhungerten. Wer weiss, vielleicht fing alles mit einem ‘harmlosen’ Liedchen an wie: “Tötet die Kulaken, tötet die Farmer.”

Lasst uns nicht denselben selbstmörderischen Weg einschlagen. Lasst uns keine dauerhafte Revolution zulassen. Der so gelobte “Aufbau der Nation” sollte sich auf Edleres stützen als auf Hass und Neid. In Südafrika hat die Begehrlichkeit heute mehr Rassismus erweckt als es je zu Apartheidzeiten gab. Wir sollten uns deshalb gegenseitig respektieren, einander ermutigen und zu Christi Gebot zurückkehren: “Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt sein wollt.” (Lukas 6,32) Lasst uns statt ”Tötet den Buren” singen “Lobt Gott, von dem aller Segen kommt” und ihm für seine Vorsehung danken.

                                                                                                                        D. Scarborough.
Anmerkungen
1.      Der Hohe Gerichtshof fungiert als Gleichheitsgericht im Rahmen des Gesetzes
der “Förderung der Gleichheit und Verhinderung der unfairen Diskriminierung.”
2.      Times Live, 19.4.2011, Malemaphobia rules.
3.      Die Afrikaner, 15-21. April 2011, Editorial, Die Freedom Charter kom in fokus.
4.      Ibid., Boer het gevaarliker werk as polisieman.
5.      Die Afrikaner, 8-14. April 2011, Volksmoord klagte teen regering en ANC in Den Haag gelê.
6.      Ibid.


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